Die Rückkehr nach Arrecife und eine tolle Vorbereitungszeit für die Atlantic Odyssey

Nach unserer Rundreise durch die Kanaren kehrten wir nach Lanzarote, in den Hafen von Arrecife zurück. Bei unserem ersten Besuch war die Marina fast noch ein kompletter Rohbau. Das Office war provisorisch angelegt und eine Reihe von offenen Bereichen im Bau ließen nur erahnen, dass hier einige Geschäfte und Cafés geplant waren. Die offizielle Eröffnung lag nun bei unserem zweiten Besuch bereits 2 Wochen zurück und tatsächlich ist in der Zwischenzeit viel passiert. Leben erfüllte die Promenade des Hafens. Viele spanische Familien flanierten durch die Geschäfte, Touristen füllten die Cafés und Restaurants und nur noch wenige Baustellen waren übrig geblieben. Beim Anlegen wurden wir herzlich begrüßt. Erste Teilnehmer der Atlantic Odyssey waren bereits da und halfen uns beim Festmachen der Leinen. Es breitete sich gleich eine Vertrautheit untereinander aus und man kam ins Gespräch. Es fühlte sich gut an, wieder in Arrecife zu sein. Hier würden wir nun die Zeit bis zum 16. November verbringen, bis zu dem Tag an dem wir mit der Atlantic Odyssey die Fahrt über den Ozean bis in die Karibik starten würden.

Täglich kamen nun mehr und mehr neue Teilnehmerboote an und alle wurden an die gleichen Stege platziert. Unser Seite füllte sich schnell mit Katamaranen, was dem Steg den Namen „Cat-Walk“ verlieh (Cat wird als Abkürzung für das englische Wort Catamaran verwendet). Die Boote kamen überall her, aus Neuseeland, Australien, den USA, Frankreich und auch aus Deutschland. Die zwei deutschen Booten hatten zudem jeweils drei Kinder an Bord, was Mina besonders freute. Schnell waren neue Freundschaften geknüpft. Alle waren und sind wie eine große Familie.

Die Flagge wird gehisst

Die Flagge wird gehisst

Nach einigen Tagen bekamen wir Besuch aus der Heimat von Minas Oma Margot aus Oldenburg. Wir hatten uns nun seit Juli nicht mehr gesehen und die Wiedersehensfreude war groß. Die Insel hat wirklich viel zu bieten und es lohnt sich, mehr als nur den Hafen zu sehen, daher organisierten wir für diese Zeit einen Mietwagen um einige Highlights der Insel gemeinsam zu besuchen, u.a. die Stiftung von César Manrique und den Parque Nacional de Timanfaya. Mit dem Auto kann man dort bis zum Parkplatz des Nationalparks fahren, wo man in einen Bus umsteigt und durch die Vulkanlandschaft gefahren wird, welche äußerst beindruckend ist und an den Mond oder einen Planeten fern der Erde erinnert. Unwirklich verteilt sich das Lavagestein und der Bus fährt eng an Kraterrändern und Schluchten vorbei. An dieser Stelle war ich froh, dass wir nicht selbst mit dem Auto fahren mussten.

Vulkanlandschaft auf Lanzarote

Parque Nacional de Timanfaya

Parque Nacional de Timanfaya

Parque Nacional de Timanfaya

Nach einigen Tagen der Eingewöhnung für Margot auf dem Boot stand nun eine Segelfahrt an. Den eigentlich geplanten Ausflug nach La Graciosa an ihrem Geburtstag musste leider verschoben werden da Sturm für die Nacht angesagt wurde und wir bereits von einigen Booten hörten, dass in der Ankerbucht oft der Wind durch die Düse im schmalen Kanal zwischen den Inseln noch verstärkt wird und zudem die Anker keinen allzu guten Halt dort haben. Somit entschieden wir uns, den Ausflug auf den nächsten Tag zu verschieben. Wir starten dann bei angenehmen Wind Richtung Papagayo-Beach, welcher im Süden der Insel liegt. Die Strecke war etwas kürzer als bis nach La Graciosa und man konnte sicher sein, dass genug Platz zum Ankern ist. Zudem kam der Wind sowie die Welle von hinten, was die Fahrt angenehmer machte. Bei traumhaften Segelwetter schafften wir es in nur zweieinhalb Stunden bis in die Bucht, teilweise sogar mit über 9 Knoten Geschwindigkeit ohne dass es stressig geworden wäre. Auch Margot erlebte am Steuerrad erste Erfahrungen als Kapitän und machte dabei eine sehr gute Figur. Unterwegs begrüßten uns Delfine und begleiteten die ALYTES kurze Zeit an beiden Rümpfen. Die Bucht Papagayo (nahe Playa Blanca) ist traumhaft schön und das Wasser sehr klar. Mit Margot als Glücksbringer schafften wir es nun tatsächlich auch abends einen Fisch an der Angel zu haben. Damit war der Bann vom glücklosen Fischen gebrochen. Der Fang wurde abends direkt mit einem Wein gefeiert.

Dinghi-Fahrt zum Strand

Dinghi-Fahrt zum Strand

Unser erster Fang

Die Rückkehr nach Arrecife, welche wir nach zwei tollen Tagen wieder antraten war alles andere als die Hinfahrt. Zuerst segelten wir die ersten Meilen, mussten aber direkt ins erste Reff da der Wind kräftig pustete. Wir machten zum Tanken Zwischenstopp in Puerto Calero und ab da war es dann fast unmöglich für uns weiter zu segeln. Die Wellen waren steil und hoch, inzwischen waren wir bei 6 Beaufort Wind angelangt. Der direkte Kurs auf Arrecife war mit Wind von vorne nicht steuerbar, somit mussten wir den Kurs anpassen und fuhren hart am Wind gen Norden. Wir mussten jedoch feststellen, dass wir durch Kreuzen sehr viel Zeit verlieren würden, und leider mussten wir am Zielhafen zeitig ankommen, da wir einen Termin zum Sicherheits-Check für die Atlantic Odyssey hatten. Somit entschieden wir uns, die Segel runter zu nehmen und unter Motorkraft auf direktem Kurs zu fahren. Wir waren inzwischen nahe dem Flughafen von Lanzarote und die fast minütlich landenden Flugzeuge flogen so niedrig über uns hinweg, dass wir befürchteten, sie bald aufzuspießen. Im heißen Ritt fuhren wir die Strecke weiter und die Wellen wurden immer steiler und höher. Die ALYTES kämpfte sich mit beiden Motoren durch das Wasser und schlug jedes Mal mit lautem Krachen in die Wellentäler. Doch bald war es geschafft und die Hafeneinfahrt war in Sicht.

Im Arrecife endlich angekommen, wurden wir auch dieses Mal wieder freudig begrüßt. Die Odyssey Teilnehmer halfen alle beim Anlegen (was eine wahre Freude und große Hilfe war, denn auch im Hafen war der Wind noch recht kräftig zu spüren und drückte das Boot auf das Steg und die anderen Boote zu). Und Oma Margot? Sie hat auch diese Fahrt mit Bravur bestanden und freute sich, dass sie unterwegs noch ein bisschen Sonne tanken konnte.

Die Tage der Vorbereitung für die Atlantic Odyssey haben nun begonnen. Seminare finden täglich statt in denen über wichtige Themen rund um die Überfahrt informiert und gesprochen wird. Welche Route sollte man nehmen, wie plant man die Proviante ein, was sind tolle Ziele in der Karibik und wie geht es eigentlich danach weiter? Auch für die Kinder werden Treffen veranstaltet, es wird gebastelt und man tauscht sich über Erfahrungen und Ängste aus.

Neben dem Odyssey Programm ist jeder mit letzten Reparaturen und der Planung sowie dem Einkauf der Lebensmittel beschäftigt. 230 Liter Trinkwasser in Flaschen, unendlich viele Softdrinks, Säfte und Milch werden bestellt und vom Supermarkt geliefert, Fleisch beim Metzger geordert und lange Listen erstellt, welche Gerichte es in den 3 Wochen der Überfahrt wohl geben wird und was man dafür alles benötigt. Nicht zu vergessen, Leckereien für Zwischendurch und für die Nachtschichten. Es werden die kulinarischen Highlights sein, die jedem Segler die lange Zeit versüßen und somit soll an dieser Stelle nicht gespart werden.

Die Tage bis zur Überfahrt sind nun gezählt und die Spannung steigt. Diese Woche werden noch unsere zwei Mitsegler Ingo und Janne erwartet. Sie werden uns tatkräftig unterstützten.

Wir freuen uns, dass es auf unserer Reise nun bald weiter geht und wir neue Gebiete entdecken werden. Karibik, wir kommen!

5 Gedanken zu „Die Rückkehr nach Arrecife und eine tolle Vorbereitungszeit für die Atlantic Odyssey

  1. Achim, Norma und Zwerg Drollidrops

    Natürlich habt Ihr Leser, wie auch nicht?!!
    Wir haben uns gerade noch mal Schlau gemacht und haben uns Anschauungsunterricht bei „Zurück in die Zukunft“ geholt. Nun wissen wir, wie wir mit unserem DeLorean es schaffen werden, bei Euch zu sein, ohne dass Ihr es merken werdet. Wir wünschen Euch für Eure „Reise“ viel Glück!! Leider ist offensichtlich unsere Post aus der Heimat nicht angekommen – wie schade. Aber solche Reisen sind ja auch dafür da, dass Ihr selber Geschichten erzählen könnt und nicht welche hören müsst.
    Wann immer es auch sein wird, wir sind sehr gespannt darauf. Vielleicht schneller als man denkt.
    Viele liebe Grüße
    aus der wirklichen Welt

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  2. Claudia Fagentzer

    Hallo liebe Seglerfamilie,
    nun schreibe ich doch mal und oute mich als begeisterte Leserin Ihrer Reiseberichte.
    Die Berichte sind klasse und es macht mir viel Spaß sie zu lesen. Auch wenn wir uns nur oberflächlich kennen, habe ich trotzdem einen Bezug zu den Erlebnissen und verfolge alles mit Spannung.

    Hier in Bochum ist, außer der Riesenbaustelle im Park, alles wie immer. Leider habe ich die neuen Nachbarn noch nicht kennen gelernt. Es war ja vorher schon recht einsam hier zu wohnen, aber hier und da hat man sich mal gesehen und ein paar Worte gewechselt. Nun habe ich manchmal das Gefühl auf einer einsamen Insel zu wohnen. Macht aber nichts, hat ja auch Vorteile 😉

    Ich wünsche Ihnen für den weiteren Weg und besonders bei der bevorstehenden Atlantiküberquerung viel Spaß, gutes Gelingen, viel Glück und immer eine handbreit Wasser unter dem Kiel . Freue mich schon sehr auf die nächsten Berichte Ihrer tollen Reise.

    Schön, dass es Menschen gibt, die Ihre Träume leben.

    Passen Sie gut auf sich auf !!!!!!

    Alles Liebe wünscht Ihnen Ihre Ex-Nachbarin
    Claudia Fagentzer

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    1. AlytesSkipper

      Hallo und herzlichen Dank für die nette Nachricht.
      Wir freuen uns immer sehr, wenn wir merken, dass es tatsächlich Leserinnen und Leser gibt ;-).

      Ich wünsche einen schönen Winter in der am Ende besten Stadt der Welt,
      Fritze

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  3. Margot Hinrichs

    Die Woche mit Euch auf dem Boot war wunderschön!
    Danke!
    Hätte nicht geglaubt,bei „Windstärke 6“ nicht seekrank zu werden.
    Hat Spaß gemacht !!!

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  4. Andreas

    Glückwunsch zum Fang. Das Eis ist gebrochen und Frischfisch darf gerne euren 3 Wochen Speiseplan ergänzen. Petrie Heil und weiterhin alles Gute.
    Eure Dreierbande aus Bochum.

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